Wie hört sich Baden-Württemberg derzeit an? Wie sieht Heimat im ländlichen Raum aus?

Das durch die Programme LEADER, TRAFO und den Fonds Soziokultur geförderte interkulturelle Projekt Heimatkarawane – Wie klingt das Land heute? will dies herausfinden – gemeinsam mit Einwohner*innen, kulturellen Vereinen und Initiativen wie Musik- oder Landfrauenvereinen sowie Integration fördernden Gruppen des ländlichen Raums Baden-Württembergs, zum Beispiel Arbeitskreise Asyl oder Helferkreise.

Unter Trägerschaft des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg (LABW) geht ein Team interkultureller Musiker*innen und Theaterschaffenden der Kooperationspartner stage divers(e) Esslingen e.V. und Trimum e.V. 2019 und 2020 auf die Reise in sechs Gemeinden in der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb: In Hayingen, Hülben und Zwiefalten (LEADER-Region Mittlere Alb) sowie Emerkingen, Riedlingen und Sigmaringendorf (LEADER-Region Oberschwaben) wird mit allen Interessierten jeweils eine Karawanserei, ein offenes Begegnungs- und Kulturwochenende mit gemeinsamer Aufführung, gestaltet. Abschließend schlägt die Heimatkarawane ihr Zelt im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums des Landesverband Amateurtheater (Reutlingen, 8.-10. Mai 2020) auf: Hier findet dann in einer gemeinsamen Werkstatt die Vernetzung von Vertreter*innen der jeweiligen Gemeinden untereinander sowie eine Ausstellung und Abschlusspräsentation statt.

Die Heimatkarawane möchte…

… VONEINANDER LERNEN

… NACHHALTIG LOKALE & REGIONALE NETZWERKE (INTER-)KULTURELLER ZUSAMMENARBEIT STÄRKEN

… INNOVATIVE KULTURELLE BEGEGNUNGSKONZEPTE IM LÄNDLICHEN RAUM SCHAFFEN

… KULTURBEGEISTERTE BADEN-WÜRTTEMBERGER*INNEN VERSCHIEDENSTER HEIMATEN ZUSAMMENBRINGEN

Während der gesamten Projektphase geht es darum, erst in den Gemeinden, dann aber auch regional, möglichst viele Menschen zusammenzubringen, gemeinsam Ideen für zukünftige Aktionen zu sammeln und Pläne zu schmieden, die im Anschluss an das Projekt Heimatkarawane umgesetzt werden können. Es soll eine Broschüre entstehen die für die Gemeinden als “musikalisch-theatraler Ortsführer” genutzt werden kann: alle beteiligten Gemeinden und ihr Kulturangebot werden vorgestellt. Mit der Überblicksbroschüre entsteht zudem modelhaft ein regionaler “interkultureller Netzwerkpfad in Baden-Württemberg”: Nicht nur Bewohner*innen, sondern vor allem auch Besucher*innen können einen interkulturellen Blick auf die Region werfen.

Zusätzlich wird das Projekt durch Beate Kegler (Institut für Kulturpolitik, Stiftung Universität Hildesheim) wissenschaftlich begleitet und systematisch ausgewertet. In diesem Sinne ist Heimatkarawane der Auftakt einer nachhaltigen Vernetzungsstrategie: innerhalb der Gemeinden entstandene neue Bündnisse, welche ein Teil der Heimatkarawane geworden sind, werden nach dem Projekt durch den LABW unterstützt. Sie können Fortbildungen oder Fachtage in den Bereichen Darstellende Kunst und Kulturmanagement wahrnehmen sowie Fördermittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Bereich Kulturelle Bildung beantragen. Der LABW ist auch Dreh- und Angelpunkt auf der Suche nach neuen Kontakten zu möglichen weiteren Kooperationspartnern, wenn neue Ideen geboren und umgesetzt werden wollen.