Projektabschluss der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb – Bund, Land und Landkreise diskutieren gemeinsam Perspektiven für die Kultur in ländlichen Regionen

Mitte nächsten Jahres endet das TRAFO-Projekt Lernende Kulturregion Schwäbische Alb. Aus diesem Anlass diskutierten Kulturakteure sowie Vertreter von Bund, Land und Landkreisen auf der Kulturplattform #5 am 25. September, wie das Modellprojekt nachwirken wird und wie die Kultur in ländlichen Regionen ausgehend von den Erfahrungen des Projektes weiter gestärkt werden kann. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des bundesweiten Programms TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel der Kulturstiftung des Bundes.

Die fünfte und abschließende Kulturplattform der Lernenden Kulturregion gab den Akteuren des TRAFO-Projektes Gelegenheit, von ihren Erfahrungen aus vier Jahren Projektarbeit zu berichten und Einblick zu geben in den Wandel ihrer Institutionen. Darüber hinaus sprachen Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Thomas Reumann, Landrat des Landkreises Reutlingen, und Stefan Hallmayer, Intendant des Theater Lindenhof, über Veränderungen in der Kulturförderung von Bund, Land und Region und erörterten, wie das Erfahrungswissen aus dem Modellprojekt Lernende Kulturregion nachhaltig Wirkung entfaltet.

O-Ton Hortensia Völckers

Im Rahmen der Lernenden Kulturregion haben TRAFO und das Kunstministerium gemeinsam das Pilotprojekt „Regionalmanager/in Kultur“ entwickelt, mit dem in sechs Regionen Ansprechpartner für die Kultur etabliert und qualifiziert werden. Das Kunstministerium wird das Projekt auch nach Ende der TRAFO-Förderung fortführen und finanzieren.

O-Ton Frau Staatssekretärin Petra Olschowski: Mit dem Pilotprojekt erkennen wir die Bereitschaft von Landkreisen und kommunalen Verbünden an, Verantwortung für die regionale Kulturarbeit zu übernehmen. Mit professionellen Beratungs- und Vernetzungsstrukturen können sie dazu beitragen, dass Kunst und Kultur in ländlichen Räumen auch in Zukunft stark und vielfältig bleibt. Dabei kann das Netzwerk, das die „Lernende Kulturregion“ in den vergangenen Jahren auf der Schwäbischen Alb aufgebaut hat, weiter wachsen.

Seit 2017 verbindet die Lernende Kulturregion die TRAFO-­Förderung zudem mit dem europäischen Förderinstrument LEADER zur Umsetzung von (nicht investiven) Kunst- und Kulturprojekten. Die Lernende Kulturregion hat LEADER damit modellhaft weiter für die Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten geöffnet und zeigt wie ein »Kultur-LEADER-Fonds« auch in anderen Regionen und Bundesländern funktionieren kann.

Auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, bewertet diesen Ansatz deshalb positiv: „Das Modellvorhaben hat gezeigt, dass der LEADER-Ansatz geradezu prädestiniert ist, um Kulturförderung im Ländlichen Raum wirkungsvoll zu unterstützen. Bei dem Projekt Lernende Kulturregion konnten wir die bestehenden LEADER-Netzwerke mit Kulturakteuren zusammenbringen und so Kultur auf eine noch breitere Basis stellen. Dieser Ansatz ist zukunftsweisend. Deshalb muss es unser Ziel sein, in der nächsten Förderperiode auf diesen Erkenntnissen aufzubauen und die Kulturförderung auch in LEADER 2021-2027 zu einem wichtigen Handlungsfeld zu machen.

Die besondere Atmosphäre der diesjährigen Kulturplattform prägte vor allem das Theater Lindenhof, das als Gastgeber den künstlerischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete. Im TRAFO-Projekt Lernende Kulturregion hat das Theater die Schwäbische Alb mit ungewöhnlichen Formaten bereist und ortsspezifische und identitätsstiftende Kulturangebote entwickelt.

Einen umfassenden Einblick in das TRAFO-Projekt Lernende Kulturregion Schwäbische Alb gibt das TRAFO-Dossier.

In der Abschlusspublikation des Theater Lindenhof lesen Sie ausführlich über dessen Projekte und Initiativen im Rahmen von TRAFO.